Job-Shaming: Dein Job, dein Wert?

Die Frage nach der richtigen Karriere taucht schon seit der Schulzeit auf. Du erinnerst dich vielleicht: «Damit wirst du nichts verdienen», «Mach etwas Sicheres» oder «Finde etwas Richtiges» Was oft sehr gut gemeint ist, kann sich für junge Menschen wie ein enormer Druck anfühlen. Es gibt sogar einen Namen dafür: Job-Shaming. In diesem Blog erfährst du, wie soziale Erwartungen deine Entscheidungen beeinflussen und wie du deinen eigenen Weg finden kannst.

Was bedeutet Job-Shaming eigentlich?

Job-Shaming ist die Abwertung oder Infragestellung eines Berufs. Und es ist nicht nur die harsche Kritik an der Arbeit («Das ist kein richtiger Job»), sondern auch subtile Kommentare oder Erwartungen wie:

  • Akademische Berufe werden mehr geschätzt als handwerkliche.
  • Kreative Berufe gelten als «unsicher».
  • Lehrberufe werden unterschätzt, trotz ihrer Bedeutung.
  • Dienstleistungsberufe werden selten ernst genommen.

Besonders in der Schweiz, wo das duale Bildungssystem stark ist, entsteht eine Spannung: Einerseits gibt es gute Berufsausbildungen, aber viele nicht-akademische Wege haben immer noch weniger Prestige.

Die richtige Jobwahl ist eine persönliche Entscheidung.

Warum betrifft das junge Menschen unverhältnismässig stark?

Wenn du am Anfang deiner Karriere stehst, bist du offener für Feedback von deinen Eltern und Lehrern, Freunden und sozialen Medien. Aber du suchst auch nach Orientierung und Anerkennung und weisst meist nicht, was du als eigenes Endziel willst. Du möchtest auch keine «falsche Entscheidung» treffen, und das setzt dich dem Risiko aus, von äusseren Meinungen beeinflusst zu werden. Und hier kommt das Job-Shaming ins Spiel: Es betrifft nicht nur deine Wahrnehmung von Berufen, sondern auch dein Selbstbild.

Welche Rolle spielt die Gesellschaft in der Schweiz?

Die Schweiz hat hohe Standards in Bildung und Beruf. Das ist eine sehr positive Sache, aber andererseits übt es Leistungsdruck auf viele Menschen aus. Sei es durch hohe Erwartungen an Erfolg und Stabilität, um erfolgreich zu sein, durch ein starkes Einkommensdenken oder den Vergleich mit Gleichaltrigen (Facebook oder LinkedIn und Instagram). Es gibt auch kulturelle Faktoren: Bestimmte Berufe gelten traditionell als «typisch erfolgreich» (z.B. Bankwesen, Ingenieurwesen oder Medizin), während andere Berufe weniger gut aufgenommen werden, unabhängig davon, wie erfüllend sie sein können.

Wie beeinflusst Job-Shaming deine Berufswahl?

Job-Shaming kann subtil wirken, aber starke Konsequenzen haben. Du bist begeistert von einem Beruf, entscheidest dich aber für «etwas Sicheres» das dich nicht erfüllt. Oder du vergleichst dich ständig mit anderen und fühlst dich «weniger erfolgreich». Langfristig kann das Unzufriedenheit verursachen. Und wenn deine Wahl nicht das ist, was du willst, fehlt die Motivation und die Perspektive geht meist auch verloren.

So erkennst du, ob du unter Druck stehst

Manchmal merkst du nicht, wie sehr du beeinflusst wirst. Achte auf diese Anzeichen:

  • Du denkst häufig: «Was werden andere davon halten?»
  • Deine Entscheidung basiert mehr auf Gehalt als auf Interesse.
  • Du vermeidest es, über deinen Wunschberuf zu sprechen.
  • Du passt deine Ziele an die Erwartungen anderer an.

Wenn du dich darin wiedererkennst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Wie brichst du aus dem Job-Shaming aus?

Aber die gute Nachricht ist, dass du es kannst und dich davon befreien kannst.

1. Weisst du, was im Leben wichtig ist?

Sicherheit, Kreativität, Freiheit, Sinn oder Geld? Deine Antworten helfen dir, bewusstere Entscheidungen zu treffen.

2. Informiere dich unabhängig und hole dir verschiedene Perspektiven

Berufsberatung, Praktikum und Erfahrungsberichte: Die Realität ist oft ganz anders als die Klischees.

3. Hinterfrage Aussagen

Wenn jemand sagt: «Das hat keine Zukunft», frage: Warum? Auf welcher Grundlage? Du wirst feststellen: Viele Meinungen basieren auf Vorurteilen, nicht auf Fakten.

Viele erfolgreiche Menschen hatten keinen klassischen Karriereweg. Tatsächlich sind viele von ihnen heute erfolgreich, weil sie Erwartungen getrotzt haben und nicht Teil des «klassischen Karrierewegs» waren. Sie wurden zunächst manchmal belächelt, aber letztendlich haben sie ihren eigenen Kurs im Leben gefunden. Erfolg bedeutet heute nicht mehr nur um Status und Titel, sondern vor allem Zufriedenheit, Wachstum und Sinn.

Wie gehst du selbstbewusst mit Kritik um?

Du wirst immer Kritik bekommen und sie wird immer wehtun. Praktische Tipps:

  • Bleib ruhig und respektvoll: Nicht jede Meinung muss dich verunsichern.
  • Setze Grenzen: Du kannst sagen, dass du deinen eigenen Weg gehen willst.
  • Finde Unterstützer: Menschen, die dich ermutigen, nicht zurückhalten. Ein starkes Umfeld kann dir sehr helfen, auf Kurs zu bleiben.
Warum gibt es keine «richtige» Berufswahl?

Und vielleicht der wichtigste Punkt: Es gibt keine einzige richtige Entscheidung. Denn dein Karriereweg ist keine gerade Linie, sondern eine Entwicklung. Besonders in der heutigen Arbeitswelt: Jobs ändern sich, Karrieren sind flexibel und Perspektiven entwickeln sich mit dir. Du bist frei zu überdenken, neu anzufangen und dich weiterentwickeln. Eine Entscheidung mit 16, 18 oder 20 definiert nicht dein ganzes Leben.

Wie findest du deinen eigenen Weg?

Anstatt dich zu fragen: «Was ist das Richtige?», ist es besser zu fragen: «Was passt momentan am besten zu mir?» Das nimmt den Druck und erlaubt dir, Schritt für Schritt zu wachsen. Konkrete kann das so aussehen:

  • 1. Erkunde deine Interessen (auch ausserhalb der Schule).
  • 2. Sammle praktische Erfahrungen.
  • 3. Nutze Jobbörsen und Karrierewebsites.
  • 4. Teste Möglichkeiten – ohne den Druck der Perfektion.
Unser Fazit

Job-Shaming kann dich vielleicht kurz verunsichern, aber es darf dich nicht davon abhalten, deinen Weg zu gehen. Denn nur du bestimmst, was richtig ist. Das Wichtigste ist, dass ein Job «richtig» ist, wenn er zu dir passt – nicht, was du denkst, dass andere denken. In der Schweiz hast du die Wahl: Lehrstellen, Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten – und Karriereanpassungen oder Quereinstieg. Am Ende ist es egal, was andere Menschen sagen oder wie sie denken, dass du dein Leben gestalten sollst. Wenn du gerade über die Ausbildung nachdenkst, auf Jobsuche bist oder dich neu orientierst: Nimm dir Zeit, höre auf dich selbst und nutze die Chancen, die dir offenstehen. Deine Karriere ist deine Karriere.

Job-Shaming erlebt? Deine Erfahrung zählt!

Hast du dich schon einmal unter Druck gesetzt gefühlt, den «richtigen» Beruf zu wählen? Hast du selbst schon Job-Shaming erlebt oder dich gegen Erwartungen entschieden? Du bist nicht allein! Teile deinen Weg, um anderen den Mut zu geben, ihren eigenen zu gehen. Tausche dich mit anderen aus, finde Inspiration und entdecke auf unserer Jobbörse Möglichkeiten, die wirklich zu dir passen.

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