Fachkräftemangel – deine Chance zum neuen Job

Bereits seit einigen Jahren gibt es einen Fachkräftemangel in der Schweiz – Tendenz steigend. Und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie, auch die Überalterung der Bevölkerung und das Zurückgehen der Einwanderungszahlen sind ein Grund dafür. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bestimmter Branchen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Eine echte Chance für Arbeitssuchende oder Menschen, die nicht nur den Job, sondern eventuell auch die Branche wechseln möchten.

Fachkräftemangel – eine Definition

Fehlen auf dem Arbeitsmarkt über einen längeren Zeitraum Fachkräfte mit einer fundierten Ausbildung, spricht man vom Fachkräftemangel. Dieser hat zur Folge, dass es mehr offene Stellen gibt als verfügbare Arbeitnehmer. Eine Vielzahl von Unternehmen kämpft um eine geringe Anzahl von qualifizierten Bewerbern. Was beispielsweise zur Folge hat, dass man für frei gewordene Positionen überdurchschnittlich lange eine Nachbesetzung sucht oder dass Gehälter für Fachkräfte eine massive Steigerung erfahren.

In der Schweiz rührt der aktuelle akute Fachkräftemangel vor allem daher, dass die Einwanderung von Fachkräften aus dem EU-Ausland merklich rückläufig ist. Was daran liegt, dass diese mittlerweile im eigenen Land attraktive Jobs zu sehr guten Konditionen zur Auswahl haben. Dies gilt in besonderem Masse für Fachkräfte aus unserem Nachbarland Deutschland. Und der Schweiz geht es zudem wie allen anderen westlichen Industrieländern auch: Wir werden immer älter. So wird die zunehmende Überalterung zwangsläufig dazu führen, dass in den kommenden Jahren zunehmend Arbeits- und damit auch Fachkräfte fehlen.

In diesen Branchen herrscht Fachkräftemangel

Nicht alle Branchen sind gleichermassen vom Fachkräftemangel betroffen und vor allem kleine und mittelständische Betriebe in eher strukturschwachen Gebieten haben damit zu kämpfen. Aber nicht nur: Die Industrie im Allgemeinen beklagt einen Mangel an qualifizierten Fachleuten.

Diese Branchen trifft der Fachkräftemangel besonders hart:

  • Gastronomie & Hotellerie
  • Verarbeitendes Gewerbe
  • Wissenschaft & Technik
  • Gesundheit & Pflege
  • Gross- & Einzelhandel
  • Informatik & Digitalisierung
  • Maschinenbau

Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage machen sich vor allem der Mittelstand und kleine Unternehmen die Mühe, attraktiver für potenzielle Bewerber und zukünftige Mitarbeiter zu werden. So halten hier bei vielen attraktivere Arbeitsbedingungen Einzug wie höhere Löhne, flexible Arbeitszeiten, neue Karrieremöglichkeiten oder ansprechende Zusatzleistungen.

Die Chance: Auf Arbeitssuche oder unzufrieden im alten Job

Dem gegenüber stehen viele Menschen, die schon lange erfolglos nach einer neuen Anstellung suchen, weil ihr Lebenslauf nicht zu den geradlinigsten gehört, oder solche, die unzufrieden mit ihrem aktuellen Job sind. Und natürlich bringen diese nicht immer die adäquate Ausbildung als gesuchte Fachkräfte mit oder es fehlt ihnen an Erfahrung in der Branche, in der gesucht wird.

Wenn es dir gerade so geht, solltest du dich nicht davon abschrecken lassen. Denn bereits viele Unternehmen haben erkannt, dass sie auch jenseits der traditionellen – und meist auch festgefahrenen – Stellenbeschreibungen und der gewünschten Skills nach neuen Mitarbeitern suchen müssen. Wichtig ist, dass du ein echtes Interesse an der Neuorientierung mitbringst sowie eine gute Portion Mut und Flexibilität.

Diese Berufsgruppen werden gesucht

Betrachtet man die Art der ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz auf den einschlägigen Jobbörsen, ergibt sich ein klares Bild, welche Fachkräfte vor allem überall fehlen:

  • Hotelmanagement, Service- und Küchenpersonal, Reinigungskräfte
  • Pflegekräfte und andere medizinische Berufe
  • Projektmanager, Mitarbeiter in der Unternehmensorganisation
  • IT- und Telekommunikationsfachkräfte
  • Handwerker und Berufe im Bauwesen
  • Verkaufs- und Vertriebsmitarbeiter
  • Ingenieure, Konstrukteure, Architekten
  • Forscher und andere Wissenschaftler

Natürlich kommen nicht alle gesuchten Berufe (wie zum Beispiel die in der Wissenschaft und Forschung) für einen Jobwechsel infrage. Jedoch lohnt es sich ganz bestimmt, einmal den Blick über den eigenen Tellerrand in eine völlig neue Richtung zu wagen.

Dein Weg zum neuen Job: Quereinstieg & Co.

Karrierewege sind heute nicht mehr so festgeschrieben wie noch vor einigen Jahren. Auch gibt es gerade im Rahmen der Digitalisierung viele neue Jobs, für die es gar keine «vorgeschriebene» Ausbildung oder ein bestimmtes Studium braucht.

Doch wie findest du nun in Zeiten des Fachkräftemangels einen neuen Job, der zu dir passt? Hier haben wir ein paar Möglichkeiten für dich zusammengestellt:

  • Findest du deinen Arbeitgeber ganz wunderbar, aber dein Job füllt dich nicht (mehr) aus? Dann schau doch gleich einmal intern nach, welche Stellen ausgeschrieben sind. Und eventuell findest sich ja gemeinsam mit der Personalabteilung ein Weg, wie du die noch fehlenden Qualifikationen erlangen kannst.
  • Es gibt viele gute und anerkannte Anbieter für eine fundierte Fort- oder Weiterbildung
    auch online und neben der aktuellen beruflichen Tätigkeit.
  • Das Portal der öffentlichen Arbeitsvermittlung ist mit den dort ausgeschriebenen Stellen eine Möglichkeit, sich einen Überblick über die aktuell gesuchten Berufe zu erkundigen. Und vielleicht gibt es hier für dich auch die Möglichkeit, über eine arbeitsmarktliche Massnahme den Jobeinstieg zu bekommen.
  • Auch die Zeitarbeit kann ein Einstieg und eine Möglichkeit sein, dauerhaft in einen neuen Job oder eine andere Branche zu wechseln.
  • Oder du wirfst noch einmal alles in die Waagschale und startest eine völlig neue Ausbildung.
  • Schau doch auch mal bei unseren Job-Angeboten nach, ob das passende für dich dabei ist.

Fazit

Der Fachkräftemangel in der Schweiz bewegt Unternehmen dazu, neue Wege bei der Besetzung von Stellen zu gehen. Die Chancen, in diesem Rahmen in einen völlig anderen Job oder bisher unbekannte Branche zu wechseln, stehen heute besser denn je. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen entwickeln sich hier immer mehr zu attraktiven Arbeitgebern. Und auch dein Lebenslauf darf gerne ein paar Schlenker beinhalten. Vielleicht machen dich ja genau diese so attraktiv für deinen neuen Arbeitgeber.

Hast du den Schritt gewagt und dich bereits in ein ganz neues Metier gewagt? Vom Kaminfeger zum Busfahrer? Vom Hotelier zum Leiter Finanzen? Wie sieht deine eigene, ganz persönliche Veränderung aus? Wir freuen uns, wenn du uns hier davon und von den gemachten Erfahrungen berichtest!

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